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Pyrenäen April 2006

Wieder ein paar Tage vom 2006-04-26 bis 2006-05-02 in Spanien. Diesmal mit Ryanair nach Montpellier für 68 €. Von dort mit einem Peugeot 1007 die Autobahn Richtung "Spanien bis zur letzten Ausfahrt vor der Grenze (das kostet etwa 15€ Gebühr). Dann über die Küstenstrasse nach Rosas.

Wenn man die Zeit hat, sollte man diese Strecke wählen. Auch wenn die Küstenberge nur 200m hoch sind, so ist die Landschaft dennoch sehr beeindruckend. An den Aussichtspunkten ist der Wind so stark, dass man aufpassen muss, nicht über den Rand geweht zu werden.

Wetter

An der Küste hatte es an die 30 Grad und zwei Stunden reichten für eine ungeübte Haut, um leichten Sonnenbrand zu bekommen. In den Bergen dagegen kann es schon mal bis auf 5 Grad sinken, je nach Höhenlage.

2006-04-27 Rosas

Rosas wird sicher niemals in Anders Reisen empfohlen werden, für mich hat die Stadt dennoch vor allem wegen der Infrastruktur ihren Reiz. Zum Beispiel 3 km Strand, den man entlang rennen kann. Diesmal war es bereits ziemlich voll. Übernachtung im Hotel Ramblamar direkt am Meer mit Blick auf dasselbe (36€ + 6€ fürs Meer). Abends ins Kino und Volver von Almodovar angesehen. Drei Generationen von Frauen, ihr Leben und ihre Umgebung werden beschrieben. Überragend Penelope Cruz, vor allem in der Szene, in er sie den Titelsong singt. Insgesamt schwer für mich zu verstehen, muss ihn mir dringend noch mal anschauen.

2006-04-28 Von Rosas nach La Seu d'Urgell

Start so gegen 9.30 Uhr erst Richtung Girona und dann die Ausfahrt auf der A9 nach Olot. Von dort auf der C26 nach Ripoll. In Ripoll kann man Richtung Norden nach Puigcerda abbiegen, ich bin diesmal die C 26 weiter nach Berga. Zeit spart man dabei nicht, weil die 50 km zwischen Ripoll und Berga genau so viel Zeit kosten wie die Strecke direkt nach Puigcerda. Auch die 10€ für den Tunnel von Cadi machen die Strecke nicht zu einer Empfehlung. Ab Berga fährt man den gestauten LLobregat entlang. Ankunft in La Seu gegen 15.00 Uhr.

La Seu

Hier war ich schon öfter. Auch diesmal wieder im Hotel Andria (45€ +10€ Garage). Ganz in der Nähe die Stadtbibliothek, die ich bisher übersehen hatte. Ein modernes Gebäude in die Überreste eines alten Gemäuers eingebettet. Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs, alles da. Das meiste natürlich in Catalan, aber der Rest reicht auch.
Und als Krönung zwei Internet PCs. Was braucht man mehr?

2006-04-29 Von Seu nach Vielha

Start ca. 10 Uhr. Erst Richtung Lerida, in Adrall rechts ab Richtung Sort. Auch diese Strecke 50 km schmale Strasse über einen Bergrücken ins nächste Tal. In Sort rechts ab, die Berge hinauf ueber den Col de Port (2000m, 7 Grad und Schneefelder) ins Val d'Aran nach Vielha. Ankunft ca. 15 Uhr aber mit einigen Pausen.

Sort

Durch Sort bin ich schon mehrere Male durchgefahren, aber nie länger geblieben, Obwohl es mich durchaus reizen würde, vor allem wegen des Cafes Pessets. In meiner All Stars Cafe Liste liegt das Pessets ziemlich weit vorn, wegen der Einrichtung und vor allem wegen der Möglichkeit diverse Weine glasweise probieren zu können. Es gibt auch ein Hotel dazu, muss ich mal ausprobieren.

Sort - Cafe Pessets Sort - Cafe Pessets Sort - Cafe Pessets

In Sort rechts ab, die Berge hinauf über den Col de Port (2000m, 7 Grad und Schneefelder) ins Val d'Aran nach Vielha. Ankunft ca. 15 Uhr aber mit einigen Pausen.

Val d'Aran und Vielha

Vielha Marktplatz Das Val d'Aran öffnet sich geographisch eher nach Frankreich, worauf auch der lokale Dialekt hin deutet (eine Variante des Gascon), gehörte aber politisch seit dem 12. Jahrhundert zur katalanisch-aragonesischen Krone und bildet heute den westlichsten Zipfel Kataloniens. Insgesamt leben etwa 8.000 Einheimische in etwa 30 Orten, wovon Vielha der Bedeutendste ist.

Vielha ist geprägt durch den Tourismus, seinen Reiz habe ich diesmal nicht entdeckt. Nicht zu vergleichen mit Puigcerda oder La Seu. Das Hotel Fonfreda dagegen (48€ Einzelzimmer Frühstück und WLAN inclusive) ist zu empfehlen.

Die Invasion im Val d'Aran

Geschichtlich ist das Val d'Aran auch durch die Invasion des Maquis im Jahr 1944 hervorgetreten. Diese Invasion war der Versuch des aus dem französischen Exil und und den Pyrenäen heraus agierenden spanischen Widerstands, eine militärische Front gegen Franco aufzubauen. Zwischen 4.000 und 7.000 Widerstandskämpfer marschierten im Oktober im Vall d'Aran ein, wurden aber bereits nach wenigen Wochen zum Rückzug gezwungen. Die Geschichte des Maquis ist auch Teil des lesenswerten Buches 'Die Stimmen des Flusses' von Jaume Cabré.

Pla de Beret

Etwa 10 km östlich von Vielha liegt Pla de Beret, ein Skiressort, das jetzt im Mai einfach geschlossen ist. Für mich nur interessant als Etappenziel der Vuelta und 2006 erstmals der 11. Etappe der Tour, die am 13. Juli von Bezon kommend hier endet.

2006-04-30 Von Vielha nach Rosas

Start gegen 9.15 Uhr durch den Tunnel von Vielha Richtung Lerida. Wenn alles optimal läuft, benötigt man ca. 2,5 Stunden für die etwa 170 km. Dann die wenig befahrene A2 nach Barcelona. Von dort weiter nach Rosas. Fahrtzeit insgesamt 6 Stunden, die Staus an den Zahlstellen eingeschlossen.

Rosas an einem Brückenwochende

Dieses Jahr liegt der 1. Mai auf einem Montag, eine Tatsache, die die Spanier Puente nennen und die dazu führt, dass Rosas vollständig ausgebucht ist. Das hat dann nur noch minderen Unterhaltungswert. Das schlimmste dabei ist der Verkehr. In den Nachrichten jede Menge Bilder von Unfällen.
Übernachtung im La Carabela (35€), nur für Ausnahmefälle zu empfehlen.

2006-05-01 Lateinamerika, der nächste Anlauf

Die El Pais berichtet, gestern haben sich Castro, Chavez und Morales Havanna getroffen und eine umfassende Zusammenarbeit vereinbart. Cuba unterstützt Bolivien in Medizin und Alphabetisierung, Venezuela liefert Öl zu speziellen Konditionen. Beide bauen die Zölle für bolivianische Produkte ab. Bolivien tritt ALBA bei, einem Wirtschaftsbündnis, initiiert von Chavez, das gegen das us-arnerikanische ALCA gerichtet ist. Weiterer Teilnehmer war Daniel Ortega, der wieder für die Präsidentschaft in Nicaragua kandidiert.
Die El Pais schätzt in einem mehrteiligen Artikel ein, dass die USA drauf und dran sind, ihren Einfluss in Lateinamerika zu verlieren.
Einen Tag später unterzeichnet Morales eine Verfügung, die die Energieversorgung von Bolivien verstaatlicht. So begann auch Allende in Chile mit dem Kupfer. Das Ende ist bekannt.

2006-05-02 Rosas - Montpellier

Da der Flug erst am Nachmittag ging, Rückfahrt nach Montpellier über die Autobahn nach dem Frühstück. Wie immer zu früh am Flughafen. Rückflug mit Ryanair wie immer pünktlich und problemlos.