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Barcelona Juli 2006

Vom 7.Juli bis 19. Juli wieder in Spanien, hauptsächlich in Barcelona, aber auch zur Tour de France in Pla de Beret und zwei Tage im Priorat. Flug mit Ryanair wie üblich, Preis diesmal etwa 80€ pro Person. In Barcelona wieder die Wohnung in Hostalfrancs, die ich schon früher beschrieben habe. Im Vorfeld haben sich viele Leute gewundert, warum man im Juli nach Barcelona fährt, na ja ein typisches Urlaubsziel ist Barcelona im Juli nicht, aber andererseits ist die Stadt auch nicht gerade ausgestorben, es fahren noch jede Menge andere Leute um diese Zeit hierher. Die Temperatur liegt so um die 30 Grad, auch nachts kühlt es nicht unbedingt stark ab, aber es geht auch ein ständiger Wind vom Meer her, das das Ganze wieder erträglich werden lässt.

Samstag, 08. Juli Der Strand von Barcelona

Einer der Gründe, warum man im Juli nach Barcelona fahren kann ist, dass man Strandurlaub machen möchte. Die Strände von Barcelona, im Zuge der Olympischen Spiele 1992 entstanden sind mitten in der Stadt und bequem mit der Metro oder dem Bus zu erreichen. Von der Wohnung aus zum Beispiel fahren zwei Busse, der 57 und  157 in der der Calle La Cruz Cubierta in 20 Minuten bis zum Strand von Barcelona. Die Strände selbst sind bewirtschaftet, das heisst, Umkleidekabinen, Schliessfächer, Liegen (4€ den Tag), Sonnenschirme (ebenfalls 4 €), Getränke usw.

Montag, 10. Juli Spanisch lernen im Icaria

Penelope Cruz

Abends ins Icaria, das Kino im Olympischen Dorf mit einer Menge OmU Filme, in dem wir schon öfter waren. Untertitel wären auch für Volver gut gewesen, ich sehe den Film zum  zweiten mal und denke, jetzt habe ich 80% der Geschichte verstanden. Bin nach wie vor fasziniert von diesem Film. Irgendwann werden wir ihn auch noch in Deutsch sehen, dann wird auch die Story klar, hoffe ich. Immer noch überragend Penelope Cruz.

 

Mittwoch, 12. Juli Fahrt nach Pla de Beret

Heute brechen wir nach Pla de Beret auf. Dieses Skiressort in den Pyrenäen ist dieses Jahr zum ersten Mal Etappenankunft der Tour de France. Wir fahren von Sants aus in etwa einer halben Stunde für 3,80 € mit dem Zug nach Granollers. Dort treffen wir uns mit Freunden und mit diesen geht's die Autobahn Richtung Südwesten nach Lleida. Das dauert etwa 2,5 Stunden. Von dort aus die 2,5 Stunden N230 durch den Tunnel von Vielha. Am 13. Juli stehen wir wieder einmal am Strassenrand und sehen die Helden der Tour de France vorbeifahren.

Samstag, 15. Juli Fahrt ins Priorat und Terra Alta

Falset

Übers Wochenende ins Priorat. Dafür haben wir einen Opel Corsa bei Hertz gemietet (ca. 60 €). Das Priorat liegt etwa 100 km südlichwestlich von Barcelona auf der Höhe von Reus und ist als Weinbaugebiet bekannt. Wir fahren die Autobahn nach Tarragona und dann nach Reus. Ab dort die N420 nach Falset  und kreuz und quer durchs Gebirge. Am nächsten Tag ins Terra Alta. Ein ähnliches Profil, beides Mittelgebirge mit Höhen teilweise über 1.000 Meter, sehr schroff, nicht direkt dicht bevölkert. Am Sonntag über Tortosa zurück nach Barcelona.

 

 

 

Montag, 17. Juli Am Strand und nachmittags El Taxista Ful

Nach einem Strandbesuch mit Liegestühlen und Sonnenschirm sowie einem kleinen Lunch in einem italienischen Restaurant am Stand (unterm Fisch, bei den Mapfre Türmen) ein nachmittäglicher Kinobesuch im Icaria. El taxista ful ist die Geschichte eines Arbeitslosen, der Taxis stiehlt, um anschliessend damit sein Geld zu verdienen. Als er geschnappt wird, wendet er sich an einen Rechtsanwalt und kommt mit der Gruppe 'Dinero Gratis' in Kontakt. Diese macht Aktionen gegen den globalen Kapitalismus, Konsumterror und Geldwahn. José, die Hauptfigur passt da nicht ganz rein, aber das macht ja nichts. Sein Leben ist sowie so aus den Fugen. Die Unsicherheit, das ist da zentrale Thema, das der Regisseur Jo Sol in diesem Film behandelt. Eine Mischung aus dokumentarischen Szenen über Aktionen von Globalisierungsgegner in Barcelona und Gespräche und Auseinandersetzungen zwischen José und dem jungen Mar, einem Mitglied der Gruppe, der José aufnimmt. Barcelona aus einem ganz andern, einem politischen Blickwinkel.

Dienstag, 18. Juli Der Spanische Bürgerkrieg jährt sich zum 70. Mal

Heute vor 70 Jahren begann der Spanische Bürgerkrieg mit dem Putsch der Generäle gegen die II. Republik. In der El Pais 13 Seiten mit Berichten von damals und heute. Noch immer hat die spanische Gesellschaft den Bürgerkrieg nicht aufgearbeitet. Zwei Drittel der Spanier möchte nach einer Umfrage, dass man den Bürgerkrieg weiter thematisiert und auch den Opfern auf der Seite der Republik Gerechtigkeit zollt. Aber immerhin ein Drittel möchte das alles unter einer dicken Decke begraben, weil man keine neuen Gräben aufreissen sollte. So argumentierte 1986 auch Felipe Gonzalez, der sozialistische Regierungschef zu dieser Zeit. Heute bereitet die sozialistische Regierung gerade das Ley de la Memoria Historica vor, das die Erinnerung an den Bürgerkrieg und den Umgang damit regeln soll und das von der PP vehement bekämpft wird. In ganz Spanien sind Strassen und Plätze nach Opfern auf der Seite der Aufständischen benannt, hier soll zumindest ein Gleichgewicht geschaffen werden. Informationen zum Bürgerkrieg mit vielen weiterführenden Hinweisen hier und hier und hier.

Republica Cartells i Cartellistes 1931-1939

Ein Ausstellung im Museo d'Historia de Catalunya. Poster und Fotos von Josep Maria Peréz Molinos aus der Zweiten Republik und ihre Designer. Damals Propagandamittel, heute Kunst und Erinnerung

Abends ins Auditorio

Abends gehen wir ins Auditorio, eine Konzerthalle mit zwei Sälen für jeweils 2.500 und 700 Zuhörern und eins der architektonischen Highlights von Barcelona. Entworfen von Rafael Moneo im Zeitraum von 1988 - 1994 liegt es in der Nähe des Plaza des Glories, am Schnittpunkt von Gran Via und Diagonal. Wir hören das Pavel Haas Quartet mit Musik von Eduard Toldrá, Pavel Haas und Dimitri Sostakovitch.

 

 

Das Atrium

Das Gebäude sieht von aussen mit seinen rasterförmigen Vierecke aus angerostetem Metall eher wie eine Lagerhalle, als wie eine Konzerthalle aus, in der Mitte ein Atrium mit einem gepflasterten Platz. Innen Holz und Sichtbeton. Die Menschen im Konzert alle leger gekleidet, man kann auch in kurzen Hosen kommen ist der Eindruck.

 

 

Mittwoch, 19. Juli im Schwimmbad San Sebastiá

Wenn man nicht unbedingt am Strand liegen will, sondern den Akzent mehr auf das Schwimmen setzt, dann ist das Schwimmbad San Sebastiá eine gute Wahl. Innen- und Aussenschwimmbecken mit Blick auf das Meer, Liegen und andere Infrastruktur für ca. 10 € auch nicht ganz billig. Das Schwimmbad liegt am Plaza del Mar in Barceloneta, direkt am Strand.

Abends Rückflug nach Mannheim

Mit dem Abendflug nach Mannheim, Ankunft am Donnerstag mitten in der Nacht. Morgen geht's wieder zur Arbeit.