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Pla de Beret Juli 2006

Map Pla de Beret Streckenprofil der 11. Etappe

Die 11. Etappe nach Pla de Beret am 13. Juli ist einer der drei Bergankünfte der Tour de France 2006. Das Ziel liegt auf 1.860 m und vorher müssen die Fahrer den Tourmalet, den Aspin, den Peyresourde und den Portillon überqueren. Pla de Beret ist ein Skiressort in den spanischen Pyrenäen nahe der französischen Grenze und regelmäßig auch Ankunftsort der Vuelta.
Angereist sind wir während unseres Barcelona Urlaubs von Lerida (Lleida), einer der drei Provinzhaupstädte Kataloniens und etwa 160 km von Pla de Beret entfernt.

Visite im April 2006

Das Ziel im Frühjahr 2006

Während meiner Pyrenäen-Tour im April 2006 habe ich einer erste Stippvisite vorgenommen. Um diese Zeit ist alles totenstill hier, die Hotels verrammelt und der Parkplatz, der als Zielankunft dienen wird noch vollständig leer. Die letzten drei Kilometer zum Pla de Beret sind eher eben, aber vorher geht es ziemlich zur Sache.

Vielha im Juli 2006

Wir sind in Betlan, einem Ort nahe Vielha im Hotel Betlan untergekommen (60€ das Doppelzimmer), eher ein Glücksfall, da die Tour de France das ganze Tal besetzt hält. Die El Pais schreibt, dass man mit insgesamt etwa 180.000 Fans rechnet, die das Tal mit normalerweise 8.000 Einwohnern besuchen werden. Dazu kommen noch 6.000 Leute aus dem Tourtross. Am Ende werden es um die 100.000 sein.

Das Hotel Betlan ist ein Familienbetrieb, die Chefin frägt, was wir abends essen wollen und geht dann danach einkaufen. Frühstück und IVA ist im Preis enthalten. Die Zimmer sehr gut von der Ausstattung, aber eher skimäßig vom Ambiente. Insgesamt sehr zu empfehlen, wegen der absoluten Freundlichkeit.

Vielha selbst ist reizvoller als mir im Frühjahr erschienen. Es gibt ein grosses Sportzentrum mit Hallenbad, das aber ausgerechnet an dem Tag geschlossen ist, als wir es besuchen wollen.´

2006-07-13 Die Tour 2006

Wie in den Jahren 2004 am Plateau de Beille und 2005 am Plateau de Bonascre heisst es sich gut vorbereiten auf den Tag. Am Abend vorher die Strecke besichtigen und nachfragen, wann die Strassen gesperrt werden. Die Spanier sind da etwas unbestimmter als die Franzosen, es heisst so gegen 11 Uhr. Am Morgen selbst gegen 8 Uhr Frühstück, dann ins Auto und die ca. 20 Km nach Baguera mit einem Zwischenstop zum Proviant einkaufen. In Baguera sind noch jede Menge Parkplätze frei, das ist sonderbar und deutet darauf hin, dass diese Etappe nicht so stark besucht sein wird. Wir parken und beginnen den Aufstieg entlang der Strecke nach Pla de Beret. Ca, 4 km vor dem Ziel finden wir einen guten Platz mit einer traumhaften Übersicht über fast den gesamten Aufstieg. Das Warten kann beginnen.

In diesem Jahr hat die Tour keinen eigentlichen Favoriten. Armstrong fährt nicht mehr und Ullrich, Basso und Mancebo, die als Favoriten gehandelt wurden, sind wegen Dopingverdachts einen Tag vor Tourstart ausgeschlossen worden. Desgleichen die gesamte ehemalige Mannschaft von Manolo Saiz, Liberty Seguros, mit Winokurow an der Spitze. Valverde stürzt in einer der ersten Etappen und scheidet mit Schlüsselbeinbruch aus, Bobby Julich verunglückt im ersten Zeitfahren, das von einer überzeugenden Telekommannschaft dominiert wird, sechs von sieben Fahrern unter den ersten 16, selbst Guerini als Bergfahrer wird noch 34. Eigentlich bleibt nur noch Floyd Landis von Phonak übrig, der das Zeitfahren auch als Zweiter beendet.

Während der Etappe verfolge ich den ARD-Ticker. Vor dem Tourmalet bereits reisst eine Gruppe aus, in der Fabian Wegmann von Gerolsteiner den Ton angibt. Mit dabei David de la Fuente von Saunier Duval, Flecha und zwei weitere Spanier. Die Gruppe hält sich über den Col de Peyresourde über den Portillon bis kurz vor Schluss. Zwischendurch macht T-Mobile mit Matthias Kessler mächtig Dampf und zerreist das Hauptfeld, das schliesslich noch aus ca. 14 Fahrern besteht. Als die ersten Fahrer in unser Blickfeld kommen ist es eine siebenköpfige Gruppe. Landis, Sastre, Klöden, Leipheimer, Zubeldia, Menchov, Evans. Fünf Kilometer vor dem Ziel noch fünf, Klöden und Zubeldia haben abreissen lassen. Ganz am Ende ein Dreikampf, den Menchov vor Leipheimer und Landis gewinnt. Gelbes Trikot für Landis mit 8 Sekunden vor dem bisherigen Spitzenreiter Dessel, der bravourös kämpft und nur wegen der Zeitgutschrift das Trikot verliert.

Die Spitzengruppe, noch im Tal 5 km vor dem Ziel, Menchow, Landis, Leipheimer, Sastre

2006-07-14 Von Vielha nach Barcelona mit dem Bus

Zweimal am Tag geht ein Bus von Vielha nach Barcelona mit Zwischenstop in Lleida. Fahrtzeit insgesamt 5,5 Stunden, Fahrpreis 27 € pro Person. Wir nehmen den Bus um 13.30 Uhr, der am späten Nachmittag in Barcelona ankommt.