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Schenna Juni 2007

Vom 28. Mai bis 8. Juni in Schenna in Südtirol. Wir starten um 7 Uhr morgens mit dem Auto und den Fahrrädern im Gepäck in Mannheim und sind nach ca. 10 Stunden mit einigen Pausen in Schenna. Dabei haben wir die Strecke über Kempten, Reutte und den Reschenpass genommen. Ulrike fährt am nächsten Tag weiter nach Piran, ich bleibe in Schenna, im Finkenhof (62 € HP/Person für das Zimmer Buchfink im zweiten Stock mit Südwestbalkon)), bis Ulrike am Sonntag zurückkommt. Wenn übrigens ein Ort dieses Jahr unter Trockenheit leidet und Regen braucht, dann sollte er mich einladen. Pünktlich am Tag unserer Ankunft regnet es in Südtirol zum ersten mal seit Wochen wieder.

2007-05-29 Schenna

Erster Tag und immer noch Regen. Ich nutze den Tag, um mich auf die kommende Schönwetterperiode vorzubereiten. Einkauf von Karten für die Mountainbiketouren, Akkus usw. Schenna liegt etwa 600 m hoch und hat laut Tourismusbroschüre 2.400 Einwohner bei ca. 900.000 Übernachtungen pro Jahr. So ist der Ort. Voll, gedrängt, touristisch, nicht sehr ansprechend. Ganz anders das Panorama, das ist überwältigend, ein breites Tal und ein phantastischer Blick auf Meran und die umliegenden Alpengipfel. Insgesamt muss ich mich auf Südtirol sowieso erst mal einstellen, da es alle Klischees bedient, die man aus den diversen Volksmusiksendungen kennt.

Schloss von Schenna

Der Finkenhof

Der Finkenhof ist ein kleines, familiengeführtes Hotel, das sich ein wenig auf Mountainbiken spezialisiert hat. Dementsprechend gibt es eine gute Bike-Infrastruktur mit einem eigenen Laden, geführten Touren, Waschplatz, Fahrradgarage usw. Darüber hinaus hat da Hotel eine Sauna (nur zwischen 17 und 19 Uhr geöffnet), ein Indoor- und ein Aussenschwimmbad. Fitnessraum ist nicht vorhanden. W-LAN mit kostenlosem Internetzugang in der Hotelhalle, nicht wie versprochen in den Zimmern. Das Publikum ist sehr gemischt, viele Familien mit Kindern, Biker aber auch ältere Menschen, insgesamt eine familiäre Atmosphäre. Der Finkenhof hat noch eine Dependance, das Finkennest.

Als Tageszeitung liegt der Dolomitenanzeiger aus. Ich lese ihn regelmäßig und erfahre so alles  über die die Ehrungen des Tourismus Verbandes, die Todesfälle und dass Bozen überraschend in die vierte Liga abgestiegen ist. Der Rest Italiens und Internationales spielen eine geringere Rolle.

Radfahren in Schenna

Schenna liegt etwa 600 m hoch im Passeiertal und ist umgeben von Bergen zwischen 2.500 und mehr Metern. Entsprechend sollte man trainiert sein, wenn man sich auf dem Fahrrad in dieser Gegend bewegen will. Ich war praktisch unvorbereitet und das hat mir nicht gut getan. Im Hotel selbst gibt es die Möglichkeit, mit geführten Gruppen mit zu fahren, sodass man sich um Routen nicht kümmern muss. Wer das nicht möchte, dem kann ich neben der 50.000 Karte von Kompass einen Zehnersatz mit Touren empfehlen, die im Tourismusbüro zu erwerben sind. Elf einzelne Blätter, laminiert und insgesamt so gestaltet, dass man sie einfach in den Tourenrucksack stecken kann. Auf der Vorderseite der Kartenausschnitt und auf der Rückseite die Wegbeschreibung. Dieselben Touren kann auch im Bike Shop des Hotels als Garmin-Dateien erwerben. Das schlägt allerdings mit 8 € pro Tour zu Buche. Die Touren reichen von für die Gegend einfachen Touren bis hin zu Teilen, die ziemlich Kondition und Erfahrung erfordern. Ich bin im Grunde drei Touren mit entsprechenden Variationen gefahren.

Tour zum Greiterhof

Tour von Schenna (600m) über den Greiterhof auf etwa 960 m nach Schenna zurück. Klingt harmlos, hat aber schon die erste Tücke, dass man zunächst Richtung Meran bergab fährt, so dass sich die Höhenmeter auf etwa 800 summieren. Zwischendrin ziemlich steile Anstiege. Hier ein Google Maps von meinem Ausflug zum Greiterhof. Die Tourenbeschreibung hier.

Tour zum Hecherhof

Beginnt wie die Greiterhoftour und zweigt irgendwann zum Hecherhof ab. Von dort aus gehts dann ins Tal und durch Obstplantagen zurück nach Schenna. Besonders gemein, die letzten Meter von Obermais nach Schenna. Die Die Google Maps hier, die Tourenbeschreibung hier.

Tour durchs Passeiertal

Eine Tour entlang der Passer und wieder zurück. Steigt in die eine Richtung nicht sichtbar aber permanent von 450 auf 700 m an, so dass man das Gefühl hat, irgendwas am Rad stimmt nicht. Das erklärt sich auf der Rückfahrt, bei der man praktisch die Beine abschrauben kann, so rollt es. Hier die Tourenbeschreibung.

Mehr Touren

Wer weitere Touren sucht, sollte sich mal diese Seite für Wanderer, ansehen. Ausserdem gibt es seit neuestem eine digitale Karte von Kompass für Südtirol. Und natürlich die Touren auf GPS-Info, die ständig erweitert werden.

Tirol/Südtirol

Weil ich schon mal da bin, habe ich mich natürlich ein wenig über Südtirol informiert. Eigentlich ein Kunstgebilde, das von Italien beansprucht wurde, um den Alpenhauptkamm als Staatsgrenze zu haben. Nach dem Ersten Weltkrieg war es dann so weit. Seitdem bis etwa 1970 versucht Südtirol, wieder nach Österreich zurückzukehren. Inzwischen hat sich die Situation wahrscheinlich durch Zugeständnisse Italiens (Autonomiestatus) entspannt, aber die starke Affinität zum Deutschtum ist immer noch stark zu spüren. Südtirol betrachtet sich offensichtlich als Teil Tirols, nicht als Teil Italiens. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Deutsch, der Rest Italienisch und etwa 20.000 Laddinisch.Die Zahl der Italienisch Sprechenden hat vor allem während des italienischen Faschismus durch gezielte Einwanderungspolitik stark zugenommen.

Tirol wiederum, um das 13.Jahrhundert entstanden erhielt seine Bedeutung als Transitland für Handel und Reisen zwischen Italien und Deutschland. Ursprünglich zum Herzogtum Bayern zugehörig, gelangte es im 14. Jahrhundert durch Margarethe von Tirol an die Habsburger.  Lion Feuchtwanger hat diese Zeit in seinem Roman Die hässliche Herzogin beschrieben. Mehr zu Tirol und seiner Gerschichte hier.

Meran

Die zweitgrösste Stadt Südtirols, die wir an einem Tag besucht haben. Ich war wirklich überrascht, weil ich eigentlich ein kleines Städtchen in den Bergen erwartet hatte, aber einen mondänen Badeort vorfand. Meran liegt in einem Talkessel auf etwa 300 m Höhe an den Flüssen Etsch und Passer.

Die Passer bei Meran Fussgängerzone Die Thermen Innenstadt