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Berlin September 2007

Das erste mal war ich in den 70igern des letzten Jahrtausends in Berlin und bei allen Veränderungen, die diese Stadt seit dieser Zeit durchgemacht hat, ist doch die Langsamkeit und Unfreundlichkeit des Gaststättenpersonals eine Konstante geblieben. Nicht dass es wirklich stören würde, man nimmt es hin wie das Wetter, aber erstaunlich ist es schon, wenn der Kellner einem bei der Bestellung entgegnet, man müsse schon Geduld zeigen, er habe nicht vor, sich tot zu arbeiten.

Das Wochenende vom 22. auf den 23. September also im Angleterre, für 105 Euro die Nacht im DZ ohne Frühstück. Das Angleterre liegt in der Friedrichstrasse 31, U-Bahn 6 Kochstrasse, strategisch günstig zum Potsdamer Platz, dem Brandenburger Tor und dem Alexanderplatz. Anreise mit dem Zug in etwa 5 Stunden von Mannheim. Klasse Wetter, zwei sonnige Tage, da habe ich Berlin auch schon anders erlebt.

Ein Wochenende ist ziemlich kurz für Berlin, deswegen am Samstag nur ein kleiner Stadtbummel die Spree entlang zur Museumsinsel, die immer noch umgebaut wird. Dabei geraten wir an den Rand einer Demonstration gegen die zunehmende elektronische Überwachung durch den Staat. Früher wäre eine solche Demonstration durch die Grünen geprägt gewesen, heute ein kleiner Block der LINKEN, aber die meisten nicht einer Organisation als zugehörig erkennbar. Und sehr jung, das macht Hoffung.

Marx-Engels Denkmal Ehemaliger Palast der Republik, in Abwicklung Botero Figuren vor dem Alten Museum Demo gegen den Überwachungsstaat

Abends ins Kino in die Hackeschen Höfe. Dort a Mighty Heart (OMU) mit Angelina Jolie in der Hauptrolle angeguckt.Der Film verarbeitet die Entführung und Ermordung von Daniel Pearl, einem Journalisten des Wall Street Journal 2002 in Pakistan. und basiert auf den Erinnerungen seiner Frau Marianne Pearl. Irgendwie hinterlässt der Film gemischte Gefühle. Grossen Respekt für die Haltung von Marianne Pearl, die es schafft, trotz ihrer traumatischen Erfahrung, ihr Schicksal als nicht nur persönlich zu begreifen, aber auch der Eindruck, einer sehr westlichen Perspektive.

Am Sonntag, dann zu den Stelen, dem Holocaust Denkmal des Amerikaners Peter Eisenmann. Keine beeindruckende Erfahrung.

Am Nachmittag Heimreise nach Mannheim.