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La Palma Dezember 2007

Wieder einmal auf La Palma. Diesmal drei lange Wochen vom 2007-12-12 bis zum 2008-01-11 auf der Südwestseite der Insel im Hotel Teneguia Princess. Den Aufenthalt mit Halbpension und alles drum herum wie Flug und Auto (Peugeot 107) bei Gehle Reisen für ca. 4.100 € für zwei Personen. Hinflug mit  Condor direkt, der Rückflug mit einer Zwischenlandung in Fuerteventura. Das Wetter während der ganzen Zeit prima, praktisch immer Sonne und zwischen 20 und 24 Grad.

Das Teneguia Princess

Das Teneguia Princess von Las Indias gesehenDas Teneguia Princess wurde mitten in die Pampa am sonnensichersten Fleck der Insel gebaut. Es liegt direkt am Meer, allerdings wegen der Steilküste ohne Zugang zu einem Strand. Der wird ersetzt durch eine riesige Poollandschaft, von denen einer sogar beheizt ist. Die Zimmer liegen in dreistöckigen Gebäuden verteilt über das Gelände. Es kommt also nicht das Gefühl einer Bettenburg auf, obwohl das Ganze schon ziemlich groß ist( aber auch großzügig, was den Raum betrifft). Von Komfort und Ausstattung her eher gehobene Klasse. Die Zimmer geräumig und gemütlich eingerichtet, im Bad alles Lebensnotwendige wie Föhn, Zahnbürsten, Zahnpasta, Rasierapparat usw., sodass man eigentlich nur Sonnencreme mitnehmen müsste. Der Safe fasst zwei Laptops der 15 Zoll Klasse, Rechner mit 17:9 Bildschirmen passen allerdings nicht hinein. Kosten dafür täglich 2.- €. Internetanschluss im Zimmer nicht vorhanden, sondern nur in der Lobby und dort über Münzautomat.

Das Essen ist wie in überall in La Palma bisher erlebt durchschnittlich, auch wenn das Angebot sehr vielfältig ist. Essenszeiten den Mitteleuropäern angepasst von 19 - 22 Uhr, Frühstückszeiten bis 11 Uhr. Zu erwähnen noch die Sauna (sehr gut), ein Fitnessraum (gut) und ein Spa, das für 10€ pro Tag zusätzlich genutzt werden kann. Wir waren aber nie drin.

Das Teneguia Princess kann auch unter dem Namen La Palma Princess gebucht werden, man ist aber in der gleichen Anlage mit den gleichen Ressourcen, nur die Zimmer liegen auf der anderen Seite der Poollandschaft.

Wenn man La Palma entdecken will, ist das Princess wegen seiner doch abgeschiedenen Lage der falsche Ort. Nach Los Llanos wie nach Santa Cruz fährt man mit dem Auto doch ungefähr eine Stunde und ausser den Beiden Vulkanen liegt nichts an Sehenswürdigkeiten wirklich in der Nähe. Auf der anderen Seite kann man den ganzen Tag im Hotel verbringen, ohne sich zu langweilen, allerdings könnte dann das Hotel auch sonst wo in einem spanischen Land stehen. Also ein typischer Ort zum Erholen ohne grosse kulturelle Ansprüche.

2007-12-24 In Los Llanos de Aridane

Weihnachten in Los Llanos Am 24 Dezember in Los Llanos. Von Weihnachten ist angenehm wenig zu spüren, bis auf ein paar merkwürdig gekleidete Gestalten auf der Strasse. Ansonsten der übliche Trubel, der Santa Cruz mehr und mehr den Rang abzulaufen scheint. Parkplätze sind in Los Llanos ebenso rar wie in irgendeiner Großstadt, jede Menge Leute auf der Strasse, aufgebrezelte Läden, aber irgendwie fehlt der Charme von Santa Cruz, oder wir haben ihn noch nicht entdeckt. Ansonsten gibt es alles in Los Llanos, Fahrradverleih, Internetcafés, Kino und natürlich jede Menge Cafés, in denen Touristen und Einheimische sitzen und den Tag geniessen. Auch die Krippe ist wie jedes Jahr wieder aufgebaut, mit Sand und Palmen und den drei Königen aus dem Morgenland.

Abends Weihnachtsdinner im Hotel mit Vier-Gänge Menu, nett gemacht. Zu unserer Überraschung wiederholt sich das Ganze am nächsten Tag noch einmal.

Los Llanos Fussgängerzone Krippe in Los Llanos

Wandern auf La Palma

Verglichen mit früher ist das Wanderwegenetz ziemlich ausgebaut. Es gibt große Fernwanderwege, die sich durch die ganze Insel ziehen und zwischen ihnen ein Verbindungsnetz von gekennzeichneten Wegen, die man alle ohne Schwierigkeiten zu beliebig vielen Touren kombinieren kann. Oft führen sie auf den für La Palma typischen pistas entlang, eigentlich unbefestigte Strassen, die auch heute noch für die Landwirtschaft genutzt werden, sodass einem schon mal ein Auto begegnen kann. Dann wieder sind es Pfade, die schon eine gewisse Trittfestigkeit erfordern. Auf jeden Fall sollte man wandermässig ausgerüstet sein und auch Proviant dabei habe, denn mit Einkehren ist nicht viel.

Man kann sowohl an der Küste starten, dann geht es gleich ziemlich hoch, als auch auf etwa 700- 800 m beginnen, also dem Niveau, auf dem sich die Hauptstrasse befindet, die die Insel umzieht. Wer noch mehr Höhenmeter sparen will fährt die Cumbre hoch auf etwa 1.500 m und beginnt seine Wanderung dort. Ab dort geht es nochmal bis zu 400 oder 500m hoch, wenn man die Gipfel der Berge mitnimmt. Also für jeden etwas dabei.

2007-12-26 Vom Mirador del Charco nach Fuencaliente

Eine etwa zweistündige Wanderung vom Mirador del Charco nach Fuencaliente auf dem GR 130 entlang. Ein herrlicher Tag und eine wenig anstrengende Wanderung. Da der GR130 an dieser Stelle auf etwa 900 m parallel zur Küste verläuft, immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Meer. Die GPS Daten sind hier zu finden.

Kurz vor FuencalienteBlick auf Fuencaliente

 2007-12-27 Zum Teneguia

 Von Los Quemados aus in Richtung Teneguia. Zunächst eine pista entlang, dann irgendwann auf einem ziemlich schmalen und windigen Pfad einen Grat hinauf und weiter zum Teneguia, dem Vulkan, der 1971 das letzte mal ausbrach. Sollte eigentlich ein Spaziergang werden, war aber dann eher eine Kurzstreckenwanderung von zwei Stunden. Die GPS Daten sind hier zu finden.

2007-12-29 Vom Refugio de El Pilar zum Pico Nambroque und zurück

Eine etwas längere Rundwanderung vom Refugio de El Pilar in etwa 1500 m Höhe zum Pico Nambroque und wieder zurück zum Refugio. Wir haben die Wanderung auf unserem GPS Gerät gespeichert und müssen sie eigentlich nur ablaufen. Dennoch ist es schwierig, den Start zu finden und auch unterwegs verlaufen wir uns zweimal. Eigentlich sind die Wege gut gekennzeichnet, zunächst geht es den LP 16 Richtung Süden, bis er auf den VM 125 stösst, dann auf diesem Richtung Westen, am Pico Nambroque vorbei. Irgendwann biegt der Weg Richtung Norden ab und über den Montana de los Charcos gelangt man schliesslich auf den GR 131 und läuft an der Flanke des Vulkan San Juan entlang zurück nach El Pilar. Das erste Stück ist eine Piste und wäre auch mit dem Fahrrad zu bewältigen, erst am Pico Nambroque wird der Pfad etwas enger. Als der Weg sich nach Norden wendet, verlaufen wir uns das erste mal, weil wir nicht auf das GPS achten und die Markierungen an dieser Stelle nicht vorhanden sind. Das zweite mal biegen wir aus unerfindlichen Gründen vom Weg ab und geraten auf ein Geröllfeld. Der Abstieg von dort ist ganz schön schwierig.

Der Pico Nambroque entlang des Weges

Ingesamt eine schöne Wanderung von etwa 4,5 Stunden für ca. 12 km und ca. 550 Höhenmeter. Die GPS Daten sind   hier zu finden.

Silvester im Hotel

Das Silvestermenu beginnt mit einem Feuerwerk und einem Aperitivo bereits um 19.15 Uhr. Für Spanien eher untypisch und wohl aus Rücksicht auf die ausländischen Gäste. Ab 20.30 dann das Galadinner. Zunächst läuft die Crew vollzählig durch das Restaurant und wird von den Gästen entsprechend beklatscht. Das Essen selbst nicht besonders erwähnenswert. Insgesamt kommt zunächst keine Stimmung auf. Wegen der Zeitverschiebung feiern einige Deutsche bereits um 23.00 Uhr Silvester und danach beginnt sich das Restaurant auch bereits zu leeren. Wir sind etwas ratlos, was weiter passieren soll, das klärt sich aber, als wir gegen 23.30 Uhr ebenfalls das Restaurant verlassen. Am Ausgang bekommt man die 12 uvas de la suerte, die man zum Glockenschlag der Madrider Kathedrale überall in Spanien verzehrt und sich dabei etwas wünscht (in La Palma allerdings schon vorbei, wegen der Zeitverschiebung, dort erledigt das eine Ansagerin) und eine grosse Tüte mit den notwendigen Utensilien für den Jahreswechsel. Ein bunter Hut, eine lustige Brille, eine falsche Nase, Luftschlangen, unechte Zähne, eine Girlandenkette aus Plastik, die zu Schweissausbrüchen treibt.

Damit bewaffnet geht es in die Hoteldisco. Dort spielt eine Band alles, was gerade angesagt ist, man trinkt, tanzt und feiert das Nuevo Ano. Zurück im Hotelzimmer noch eine Überraschung. Das Bett ist neu gemacht, entsprechend dekoriert und mit kleinen Geschenken bestückt. Wir sind gerührt vor Freude über so viel Aufmerksamkeit.

Kulturkampf in Spanien

Immer wieder berichtet die El Pais in längeren Artikeln über das Vordringen der Neocons in Spanien. Eine neue Rechte formiert sich in Spanien und versucht die Hegemonie zu gewinnen. Zunehmend bedient sie sich dem Mittel der Massendemonstrationen, - eigentlich ja eher eine Kampfform der Linken und Arbeiterbewegung- um die Regierung der PSOE unter Druck zu setzen. Neben der PP, die unter Rajoy einen unversöhnlichen Kurs gegenüber der Regierung fährt und sie angreift, wo sie kann, spielt vor allem die katholische Kirche eine führende Rolle. Gerade jetzt vor dem Wahlkampf zieht sie alle möglichen Register. Am 30. Dezember eine große Kundgebung in Madrid (die veranstalter sprechen von 2 Mio Menschen, die El Pais zählt 160.000), bei der die Kardinäle der PSOE vorwerfen, die spanische Verfassung zu verletzen, weil sie die familiären Werte missachte, die gleichgeschlechtliche Ehe toleriere und die Abtreibung nicht bekämpfen würde.

Tatsächlich säkularisiert sich die spanische Gesellschaft immer stärker. Die Zahl der kirchlichen Trauungen undTaufen geht zurück, bezüglich der Schwangerschaftsabbrüche ist Spanien ein Einwanderungsland. Zwar definieren sich immer noch 70% der Spanierinnen und Spanien als Katholiken, aber Praktizierende sind es noch 17%, wie die El Pais schreibt.

Auch im wirtschaftlichen Bereich versuchen die Neocons, mit Amerika als Vorbild, die spanische Gesellschaft neu auszurichten. Salvador Aguilar, Professor an der UB schätzt in der El Pais vom 29. Dezember 2007 ein. dass die spanische Gesellschaft wie vor dem Bürgerkrieg in zwei Gruppen gespalten ist.

2008-01-03 Santa Cruz

Santa Cruz Fussgängerzone Santa Cruz hat sich seit unserem letzten Besuch der Insel nicht sehr verändert. Ein paar neue Cafés in der Fussgängerzone, ein kleiner Strand wurde angelegt, der aber nicht sehr einladend aussieht. Wir schlendern durch die Strassen und nehmen einen Kaffee an der Plaza de la Alameda.

Radfahren auf La Palma

Wer Höhenmeter sammeln möchte, für den ist La Palma gerade richtig. Ständig geht es bergauf oder bergab, mit ansehnlichen Steigungen. Gerade wenn man Moutainbike fahren will, sollte man schon gut trainiert ankommen. Räder kann man in Los Llanos oder Puerto Naos leihen, beide Läden haben gut gepflegte Mountainbikes und insgesamt einen ordentlichen Service. Dort kann man sich auch wegen Touren erkundigen. Oder man kauft sich das den  Mountainbike Guide La Palma, oder man informiert sich im Internet. Wir hatten unsere in Puerto Naos geliehen, zwei Hardtails von Scott für ca. 11 € pro Tag und Bike.

2008-01-07 Südspitze

Eine kleine Tour zum Eingewöhnen. Zunächst geht es vom Hotel auf einer geteerten Strasse durch Bananenplantagen zum Leuchtturm an der Südspitze, ab dort auf einer pista quer durch das Geröllfeld der Vulcano Teneguia, Bei Los Quemados erreicht man wieder die Strasse und es geht nur noch bergab bis zum Hotel. Insgesamt etwa 21 km und 500 Höhenmeter, die Tour findet sich hier.

2008-01-09 Umrundung der Cumbre Vieja

Von Fuencaliente geht es zunächst hinauf in die Cumbre, bei etwa 1.000 Höhenmeter beginnt dort ein Rundeweg, eine pista, die über die Refugio El Pilar (1.500 m) einmal um die Cumbre Vieja führt. Wir sind sie von West nach Ost gefahren, es geht aber auch umgekehrt, nur ist der Anstieg dann ein wenig steiler. Man sollte auf jeden Fall Regenklamotten dabei haben, denn selbst wenn es am Meer sonnig ist, kann es in der Cumbre regnen und empfindlich kalt sein. So war es auch bei uns. Die Tourdaten über ca. 47 km und etwa 1.200 Höhenmeter finden sich hier.

2008-01-08 Puerto de Tazacorte

Einer meiner Lieblingsorte auf La Palma, wenn auch sehr touristisch. Der beste Fisch auf der Insel, fangfrisch und lecker zubereitet. Ich empfehle den cherne (Barsch) mit papas arrugadas und als Nachtisch eine gebackene Banane.

2008-01-10 Bar Dorada in Fuencaliente

Eines der Cafes, die in die All Stars Reihe gewählt wurde. Auf den ersten Blick eigentlich nichts Aufregendes, aber wer einmal nass aus der Cumbre zurückgekehrt ist, weiss den Kaffee und die Pata negra des Lokals zu schätzen. Aufgenommen wurde es aber wegen der Fotoausstellung an den Wänden, die in ihrer Art einzig ist.

2008-01-11 Rückflug

Der Rückflug geht über Fuerteventura, wo wir etwa 30 Minuten Aufenthalt haben. Ankunft in Frankfurt um etwa 23 Uhr. Wir erwischen noch einen Zug um 0.28 nach Mannheim.