Sumaro Net

Barcelona Dezember 2008

23. Dezember bis 08.Januar in Barcelona. Flug mit Clickair für ca. 280 € für zwei Personen. Diesmal haben wir über chic and basic ein Appartement in Born, in der Calle Princesa 27 gemietet. Kosten etwa 1.800 Euro. Chic and basic hat neben den Appartements noch ein Hotel in der Nähe und insgesamt ein interessantes Konzept. Kein übermäßiger Luxus, aber dennoch alles sehr modern (und chic eben) eingerichtet. Vor allem hat das Appartement Heizungen. Das stellt sich im Laufe des Aufenthalts als enormer Vorteil heraus, da Spanien wieder einmal von einer Kältewelle heimgesucht wird. Nur die ersten zwei Tage sind erträglich, dann regnet es und ist ungemütlich im Freien.

Das Appartement

Born ist ein sehr angesagter Stadtteil, über den ich schon 2006 geschrieben habe. Damals waren wir schon sehr angetan und der Eindruck bestätigt sich voll, wenn man dort wohnt. Das Appartement liegt am Rande von Born und ist etwa 50 qm gross. Von der Infrastruktur ist fast alles vorhanden, Fön, Spülmaschine, Waschmaschine, Backofen, ein Safe für Laptops der Grösse XXL usw., aber es fehlen auch Kleinigkeiten, an die man denken sollte, ein Dosenöffner zum Beispiel, oder Weingläser. 

Küchenzeile Eines der Schlafzimmer Zweites Schlafzimmer Wohnbereich

Für mich wichtig, es ist WLAN und Internet-Anschluss vorhanden, die Kosten sind inclusive. Einkaufsmöglichkeiten gibt es reichlich. Angefangen von kleinen Geschäften in der Calle Princesa, bis hin zum Mercado San Caterina, der etwa drei Strassen weiter im Viertel San Père liegt.

Der Mercado San Caterina San Pére San Pére San Pére

Die Gegend ist wie auch das Born sehr gut in Schuss und zu grossen Teilen restauriert. Weite Teile sind Fussgängerzone, der Parque de Ciutadella ist sehr nah, eine gute Wohngegend, wie es scheint.

Palau Musica Catalana

Vorderansicht Anbau Kuppel Reliefs

In diesem Viertel in der Calle de Sant Pere Mes Alt liegt auch der Palau Musica Catalana, ein Jugendstilgebäude, das zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Lluís Domènech i Montaner errichtet und etwa 2000 grundlegend restauriert wurde. Wie auch das Liceo, wurde es von katalanischen Musikliebhabern finanziert und dient seitdem als Veranstaltungssaal des katalanischen Volkschors Orféo Catalá. Inzwischen finden neben klassischen Konzerten auch Rock- und Popveranstaltungen statt.

Silvester im Bestiarii

Schlange vor der Aussetllung Silvester haben wir in einem nahgelegenen Restaurant erlebt. Das Menu startet um etwa 21.30 und für 70 €uro pro Person gibt es mehrere Gänge, Wein, Sekt und die obligatorischen Trauben für die 12 Glockenschläge. Anders als in den vergangenen Jahren fehlen die Tröten, Hüte und Luftschlangen. Zu cool das Lokal. Silvestererfahrung haben wir bereits verschiedene Male gemacht, unter anderem in Valencia und La Palma.
Die ersten spanischen Silvester übrigens haben wir ebenfalls in Barcelona 1986 erlebt. Damals waren wir auf eine privaten Fete eingeladen, leider gibt es keine digitalen Bilder. Nach dem Fest fuhren wir nachts um 4 Uhr auf irgendeinen Platz, um Churros zu essen, jede Menge Leute und prima Stimmung. Dieses Jahr schlendern wir durch Born, die Lokale eher leer und auch nicht so viele Menschen auf der Strasse. Born zu cool für Silvester, oder die Krise?

Archivo Universal - Ausstellung im MACBA

Schlange vor der Ausstellung Eine Ausstellung im MACBA über die Fotografie als Dokumentation sozialer Entwicklungen. Ein Teil davon über die Entwicklung von Barcelona seit den 80igern des vergangenen Jahrhunderts. Mehrere Fotografen und Studenten des PEI (Programm unabhängiger Studenten)haben auf Initiative des MACBA verschiedene Bereiche der Stadt fotografiert und dokumentieren dadurch den Entwicklungsprozess von Barcelona auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen Zeiten. Wie entwickelt sich Arbeit?, Wie Wohnen? Wie das Leben im öffentlichen Raum? Eine vielbesuchte Ausstellung, die auch wir mehrere Male mit grossem Interesse studiert haben.

Barcelona wurde zu verschiedenen Zeiten städtebaulich zielgerichtet umgestaltet. Die neuzeitliche städtebauliche Entwicklung Barcelonas beginnt mit Cerdá und der Erschliessung des Eixamples. 1888 die erste Weltausstellung um den Parque de la Ciutadella herum, 1929 die zweite Weltausstellung mit der Erschliessung des Montjuic. Nach dem Ende der Franco-Diktatur, dem damit verbundenen Aufbruch und der Vergabe der Olympischen Spiele 1992 nahm man in Barcelona Pläne wieder auf, die eine Öffnung zum Meer hin vorsahen. Dies hat das Gesicht der Stadt enorm gewandelt. Einen vorläufigen Schlusspunkt bildet die Weiterentwicklung der Avenida Diagonal im Rahmen der Durchführung des Forums 2004. Ein paar ausführlichere Gedanken dazu hier.

Die Filme

2008-12-24 Il Divo im Icaria

Filmplakat Il Divo Barcelona ist ja auch immer privates Filmfestival, einfach weil das Angebot riesig und die Zeit da ist. Diesmal Il Divo (OmU), ein Film über das Leben von Giulio Andreotti, eine sehr schillernde Figur, die aber auch durch den Film keine schärferen Konturen gewinnt. In den Einzelheiten ist der Film für Nichtkenner der italienischen Szenen wegen der vielen Anspielungen kaum zu begreifen, aber in der Gesamtheit bekommt man einen sehr guten (und deprimierenden) Überblick über den Zustand Italiens der 90iger Jahre.

 

 

2008-12-25 El Intercambio im Icaria

Filmplakat El Intercambio Changeling  (OmU) mit Angelina Jolie und John Malkovich basiert auf einer wahren Geschichte. Ein Junge wird entführt und nach einigen Wochen präsentiert die Polizei der Mutter ein anderes Kind und erklärt den Fall für gelöst. Der Film zeigt, wie die Mutter in die Mühlen des Staates gerät, nur weil sie das Ergebnis der Polizei nicht anerkennen will.

2008-12-28 Asfixia (Choke) im Verdi

Filmplakat Asfixia Ein völlig durchgeknallter Film, von dem es sogar schwer fällt, die Handlung zu beschreiben. Ein sexsüchtiger Mann, der nicht weiss, wer sein Vater ist, eine debile Mutter, die es ihm nicht sagen will und irgendwann löst sich alles auf. Die Mutter wird gespielt von Anjelica Huston, die aus der Addams Familie bekannt ist.

2009-01-02 Mongol im Verdi

Filmplakat Mongol

Aus der Abteilung 'andere Länder - andere Sitten' ein Film über das Leben von Temüdschin aka Dschingis Khan. Der Film hätte sich gut geeignet, um ein paar neue historische Erkenntnisse zu gewinnen. Leider beschränkt er sich darauf, einen unbeugsamen Helden zu zeigen, der seiner Frau trotz aller Widerstände in einzigartiger Liebe verbunden ist und dabei noch nebenher die Mongolen einigt und ein Weltreich errichtet.

2009-01-05 Gomorrah im Icaria

Filmplakat Gomorrah

Und noch ein Film über ein fremdes Land, die Verfilmung des Dokumentarberichts Gomorrah über die Vorstädte Neapels und die Zustände dort. Nach Il Divo, diesmal die Sicht von unten.

2009-01-05 Una famila con clase (Easy Virtue) im Icaria

Jessicar Biel in Una familia con clase

Dann schon wieder erholsam, una familia con clase, nach einer Vorlage von Noel Coward. Innenansicht der englischen Oberschicht nach dem ersten Weltkrieg, in die eine Amerikanerin mit ihren Ansichten eindringt. Wurde schon mal von Alfred Hitchcock verfilmt.

2009-01-06 La sombra del Iceberg im Alexandria

Filmplakat La Sombra del Iceberg

Robert Capa ist wahrscheinlich der berühmteste Kriegsberichtserstatter, nicht zuletzt wegen dieses Fotos aus dem Spanischen Bürgerkrieg. Mit der Entstehung des Fotos setzt sich dieser Dokumentarfilm auseinander und weist haarklein nach, dass das Foto nicht so entstanden sein kann, wie man bisher geglaubt hatte. Ist es deswegen eine Fälschung? Vielleicht, aber die Wahrheit, die es dokumentiert, bleibt dennoch die Gleiche. Von Robert Capa haben wir bereits 2003 eine Fotoausstellung über den Spanischen Bürgerkrieg gesehen. Darunter auch Fotos seiner Gefährtin Gerda Taro.