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München Juni 2009

Ein Wochenende, 27. und 28. in München, hauptsächlich um Architektur anzusehen. Anreise praktischerweise mit der Bahn, die Verbindung zwischen Mannheim und München mit etwa 3 Std. Fahrtzeit macht die Anreise mit dem Auto eigentlich uninteressant. Unterkunft im Novotel zu einem Spezialpreis von 80 € für das Doppelzimmer ohne Frühstück. Das Hotel ist gehobener Komfort, sehr nett eingerichtet, nur denken Sie, man müsste für den Internetanschluss auf dem Zimmer Geld nehmen. Das ist nicht zeitgemäss. Ansonsten Schwimmbad, Sauna und Fitnesscenter vorhanden und gut ausgestattet. Architektur ansehen, damit ist nicht gemeint, das was man als der gemeine Tourist betrachtet, obwohl es auch da viel zu entdecken gäbe, sondern in diesem speziellen Fall drei Entwürfe des Architekturbüros Meck, verteilt über einen Zeitraum von etwa 10 Jahren. Die Auswahl ist nicht zufällig, sondern gründet darauf, dass ein uns nahestehender Architekt an allen drei Projekten beteiligt war.

Aussegnungshalle in Riem

Chronologisch die erste Station, die Aussegnungshalle des neuen Friedhofs Riem. Nähert man sich der Halle, bildet sie ein Tor oder Portal, das in das Reich auf der anderen Seite hineinführt. Umgeben von einer Steinmauer  mit wuchtigen Stahltoren, vermeidet sie dennoch den Eindruck von Bedrohlichkeit, sondern vermittelt das Gefühl von Besinnung und Konzentration. Der Friedhof dahinter ist ebenfalls sehr eindrucksvoll, die Gräber selbst liegen erhöht, auf einzelnen Schollen, die durch die sich wiederholenden Stahltore voneinander getrennt sind.

Eingang zum Friedhof Aussegnungshalle Aussegnungshalle Aussenbegrenzung

Entstehungszeit Ende der 90iger Jahre.

Kirche der Gemeinde Neuried

In Neuried entstand eine zweite Kirche mit gegenüberliegendem Gemeindezentrum,  bei der vor allem der Kirchsaal selbst beindruckt.

Blick in den Innenhof Modell des Gemeindzemtrums Die zwei Schalen des Modells Lichthof der Kirche

Entstehungszeit Ende der 90iger Jahre.

Das Dominikuszentrum

Das katholische Dominikuszentrum ist Teil der Bebauung eines eines ehemaligen Truppenübungsplatzes. Das Zentrum ist multifunktional, es beherbergt unter anderem einen Kindergarten, die Beratungsstelle der Caritas, ein Jugendzentrum und eine Andachtshalle. Die Eingangsbereiche der einzelnen Einheiten liegen alle einem Innenhof zugewandt, von aussen wirkt der Klinkerbau sehr kompakt, fast festungsartig. 

Das Modell Eingang zum Kindergarten Einer der innenliegenden Terassen Andachssaal

Beeindruckend die Andachtshalle, zum einen durch die Höhe gemessen am Grundriss und zum anderen durch die blauen Klinker im Innenbereich, die eine sehr interessante Atmosphäre erzeugen.

Einmal durch die Glyptothek

Zum Schluss einmal schnell durch die Glyptothek, ein Museum, erbaut im Auftrag von Ludwig I. durch den Architekten von Klenze, um die von Wagner für Ludwig erworbenen antiken Kunstschätze auszustellen. Bereits zur Entstehungszeit gab es ziemlich heftige Kontroversen über die Konzeption, man warf von Klenze vor, den Bau zu Ungunsten der Kunstwerke zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Nach dem Wiederaufbau, der durch Bombenschäden im zweiten Weltkrieg nötig geworden war, entschied man sich das Innere des Gebäudes fast im Rohzustand zu belassen. Neben den Skulpturen ist der Vergleich zwischen dem ursprünglichen und dem neuen Konzept die zweite spannenden Ausstellung. Leider nur ein Schnelldurchgang, weil der Zug nicht wartete. Aber es muss ja nicht das letzte mal gewesen sein.