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Der Spanische Bürgerkrieg

Im Spanischen Bürgerkrieg trafen die 'zwei Spanien' aufeinander, die sich im Lauf der spanischen Geschichte herausgebildet hatten. Im Vergleich zu Mitteleuropa hinkte der Modernisierungsprozess von Staat und Gesellschaft deutlich hinterher. Die ungleichzeitigen Entwicklungen der verschiedenen ökonomischen und gesellschaftlichen Bereiche führte zu Spannungen und Konflikten, die sich schliesslich im Bürgerkrieg entluden. Mehrere Linien lassen sich verfolgen.

Erstens die Auseinandersetzung zwischen Rechts und Links, die im Kern ein sozialökonomischer Konflikt zwischen landlosen Bauern und Großgrundbesitzern um die Bodenfrage war, überlagert von ideologischen Auseinandersetzungen.

Zweitens der Konflikt zwischen Zentralstaat und den Regionen, der letztlich eine Auseinandersetzung zwischen der aufstrebenden Bourgeoisie in den kapitalistischen Zentren Katalonien und Baskenland und der alten Klasse in Madrid war, überlagert durch jahrhundertealte kulturelle Unterdrückung der Regionen.

Drittens das Verhältnis zwischen Staat und bewaffneter Macht, in dem sich die Armee über lange Zeit hinweg als Schiedsrichter verstand.

Viertens das Verhältnis zwischen Staat und Kirche, in dem die Kirche ihren bisherigen Status als Integrations- und Stabilisierungsfaktor beim Proletariat verlor.

Im Lager der Republik trafen sich deshalb heterogene Gruppen mit teilweise unterschiedlichen Interessen, während die Rechte homogener zusammengesetzt war, rechts, zentralistisch, autoritär.

Die Verteidiger der Republik:

  • Die Anarchisten als Vertreter des Landproletariats und teilweise des industriellen Proletariats
  • Die Kommunisten, anfangs eine zahlenmässig eher unbedeutende Gruppierung, deren Einfluss aber durch ihre Disziplin und die Unterstützung der UdSSR währende des Krieges sprunghaft anstieg
  • Die POUM, von den Kommunisten wegen ihrer trotzkistischen Ausrichtung vehement bekämpft
  • Die republikanische Bourgeoisie, mit ihren antizentralistischen Interessen und ihren antagonistischen Widersprüchen zu den übrigen Gruppierungen.